Allgemeine Infos und Tipps

Wir möchten Ihnen auf dieser Seite eine kleine Übersicht über gängige Instrumententypen geben, sowie eine Checkliste zum Gebrauchtkauf.

 

Welches Instrument passt zu mir?

Um Ihnen bei der Entscheidung der Instrumentenwahl eine kleine Hilfe zu geben, haben wir nachfolgend die wichtigsten Punkte zusammengestellt.

Folgende Fragen sollten Sie sich stellen:

- Möchten Sie eine bestimmte Musikrichtung spielen oder soll es ein möglichst vielseitig einsetzbares Instrument sein?

- Sind Sie "Einsteiger" ?

- Sind Sie "Fortgeschrittener", in der Wahl Ihres Instrumentes unabhängig

 

- welche Art von Musik wollen Sie machen,
d.h. haben Sie eine bestimmte Musikrichtung vor zu spielen oder wollen Sie möglichst vielfältig in alle möglichen hineinschnuppern.

Universelle Instrumente sind chromatische Knopf- und Pianomodelle.
Auf diesen können Sie grundsätzlich "alles" spielen, vom Tango bis Jazz, vom BoogieWoogie bis zur Klassik. Sie sind weitgehendst tonartunabhängig (die Einschränkung bezieht sich auf die linke Seite mit der Standardbassmechanik, bei Convertor, bzw. M3- Modellen sind Sie vollkommen frei).

Pianoakkordeons:
Diese haben den Vorteil, daß die Tastatur optisch geläufig ist und man ein jedes spielen kann, da der Aufbau ist immer gleich ist. Auch kann man mal auf ein Keyboard, Orgel, oder anderes Tasteninstrument leichter umsteigen, da man von der rechten Seite (Diskant) her dies schon gewohnt ist.

Knopfakkordeons:
Hierbei ist zu beachten, daß es verschiedene Griffarten gibt. Der C-Griff hat sich am weitesten durchgesetzt (9 von 10 verkauften Instrumenten sind C-Griff). In Bayern jedoch wird überwiegend B-Griff gespielt. Außerdem unterscheidet man noch zwischen einem gestuften bzw. Flachgriff in der entsprechenden Griffart (z.B. C-Griff flach, C-Griff gestuft). Die Griffart bezieht sich nur auf die rechte Seite, die linke (der Baß und Akkord) sind mit dem Pianoakkordeon identisch.. Der Einstieg ist bei beiden Griffarten in etwa gleich schwer und jedoch aufwendiger als bei einem Pianoakkordeon. Dennoch ist ein Wechsel von einer Griffart zur anderen nicht ganz einfach, da man die rechte Seite neu erlernen muß. Der große Vorteil von Knopfakkordeons ist sein Aufbau, bei 5 Knopfreihen können Sie grundsätzlich jede Tonart mit derselben Grifftechnik spielen, d.h. es ist egal in welcher Tonart Sie spielen, ob C-Dur oder Fis-Dur, Sie haben immer die selbe Fingerhaltung. Weiterhin haben Sie die Möglichkeit durch die enge Anordnung der Knöpfe auch Griffe über 2 Oktaven und mehr zu greifen. Gepaart mit einem Convertor/M3 ist das Knopfakkordeon eines der universellsten Instrumente die es gibt.


Diatonische Instrumente
Diese Instrumente wie sind tonartmäßig eingeschränkte Modelle und haben nur die bauartbedingten Tonarten zur Verfügung.

Club, Wiener-Harmonikas
Ursprünglich sehr beliebt, weil auch leicht zu erlernen (jede Reihe ist eine Tonart, Außnahme: Club mit Hilfstonreihe). Diese Instrumente werden überwiegend ohne Noten nach Gehör z.B. für Wanderlieder/Volkslieder o.ä. gespielt. Ein Nachteil ist, daß ihnen durch die Tonartgebundenheit nur ein musikalisch begrenzter Raum zur Verfügung steht. Durch die Steirischen ist ihre Verbreitung zurückgegangen, eine gewisse Wiederbelebung brachte jedoch das Aufkommen der Irischen Volksmusik sowie des Südstaaten- Cajun in unseren Breiten, da dort diese Instrumente noch häufig eingesetzt werden.

Die Steirische
Diese wird überwiegend im Alpenraum gespielt. Vom Aufbau her ein diatonisches Akkordeon, das durch die Anzahl der Reihen die Anzahl der Tonarten bestimmt. Somit hat man bei einer 4-Reiher 4 Tonarten zur Auswahl, was schon eine gewisse Flexibilität mit sich bringt. Durch den charakteristischen Klang ist  jedoch das musikalische Feld sehr stark auf volkstümliche, bzw. Volksmusik begenzt. Das jedoch relativ einfache Erlernen mit Hilfe der Griffschrift, und der lautstarke Ton, der auch bei einer geselligen Runde noch gut zu hören ist, macht diese Art von Instument sehr beliebt.

Concertinas und Bandoneons
Diese Instrumente werden überwiegend in der Tangomusik eingesetzt. Sie können bei uns eigentlich nur im Selbststudium erlernt werden, da es nur wenig Lehrer gibt und kaum Lehrmaterial vorhanden ist. Auch gibt es eine größere Artenvielfalt was Tonbelegung und Griffweise betrifft

Sind Sie Einsteiger?
Brauchen Sie ein Lerninstru-ment, daß Sie nur übergangs-weise bis zum nächst größeren verwenden oder suchen Sie ein Instrument das Sie länger/auf Dauer spielen möchten?

Einsteiger Kinder
Als Einstiegsalter für Kinder ist ca. 5-8 Jahre anzusehen, wobei die körperliche Gestalt den Ausschlag gibt. Es macht keinen Sinn, wenn das Kind vom Instrument "erdrückt", da es dann zu schnell die Lust verliert. Dann lieber noch ein 1/2 oder 1 Jahr warten. Als Instrumentengröße ist das 40/48 Baß-Akkordeon geeignet. Viele Lehrer empfehlen das 48-bässige, das 40-bässige ist aber genauso zu verwenden, es fehlt ihm nur die 6. Baßreihe (der verminderte Akkord), die jedoch in dieser Phase nicht benögt wird. 24- und 32-Baß-Akkordeons, wie sie früher mal gebaut wurden, sind heute zum Lernen nicht mehr geeignet, da die Terzbassreihe fehlt. Als Zeitraum wird ungefähr 2-4 Jahre angesehen, bis man das nächst größere Instrument benötigt.

Einsteiger Erwachsener
Als Erwachsener ist zum Einstieg ein mindestens 72-bässiges Instrument besser geeignet als ein 40/48-bässiges, da es in der Gehäusegröße besser passt. Ob man schon mit einem 96-oder 120-bässigem anfangen will, hängt von den äusseren Umstanden ab (finanzielle Mittel, Verfügbarkeit) ist aber nicht notwendig. Lieber nur so groß kaufen wie benötigt, als irgend ein "Flaggschiff" das einen erdrückt. Die Chörigkeit ist zweitrangig, da es in erster Linie darum geht, die Spielfertigkeit zu erlangen. Eine Tremolostimmung ist jedoch einer reinen Oktavstimmung vorzuziehen, da sie den "typischen" Akkordeonsound repräsentiert, viel haüfiger gespielt wird und sich auch wieder leichter verkaufen läßt.

Grundsätzlich sollte man ein Instrument kaufen, das gängig ist, da man es leichter wieder verkaufen kann. Beim Einstieg handelt es sich normalerweise um Übergangsinstrumente, die man eine zeitlang spielt, und dann ein größeres benötigt. Auch weiß man am Anfang auch als Erwachsener noch nicht, welches Instrument einem auf Länger/Dauer gefallen wird. Ein gut erhaltenes oder überholtes gebrauchtes Instrument steht einem Neuen in keinem Falle nach.

Sind Sie Fortgeschrittener?, in Ihrer Wahl unabhängig vom Hersteller oder wollen Sie in einem Akkordeonorchester mitspielen, in dem der Lehrer /Dirigent bestimmte Vorgaben gibt (Fabrikat, Instrumententyp, Größe)

Fortgeschrittene Spieler
Wenn Sie schon länger musizieren kommt irgendwann die Frage nach "meinem" Instrument. Da Sie schon auf den Instrumententyp (Piano, Knopf, Diatonisch, usw.) festgelegt sind, bezieht sich die Auswahl auf diesen Bereich. Nun ist es eine Frage des Geldes und des Anspruches, der an ein Instrument gestellt wird. Weiterhin stellt sich die Frage, ob Sie in einem Orchester mitspielen wollen und deshalb ein bestimmtes Instrument brauchen, oder Sie unabhängig in Ihrer Entscheidung sind. Ein Orchesterleiter wird Ihnen meist ein bestimmtes Instrument empfehlen, weil er einen bestimmten Klang haben möchte. Es gibt auch nicht "das beste" Instrument, da ein jedes Instument in irgendeiner Weise einen Kompromiss darstellt. Als Fachhändler/Reparaturwerkstatt können wir Ihnen auch nur sagen, ob das Instrument qualitativ hochwertig ist oder ob aufgrund des verwendeten Materials eher abzuraten ist.
Wenn Sie hauptsächlich zum Mitsingen, in einer Stimmungsrunde oder am Lagerfeuer spielen möchten, würden wir Ihnen ein Standardinstrument von 72-96 Bässe, 3-4 chörig empfehlen, da diese unkompliziert vom Aufbau und noch leicht zum transportieren sind.
Falls Sie überwiegend zu Hause spielen und musikalisch frei sind gibt es eigentlich auch keine Eingrenzung.
Für Jazz und/oder Combos haben sich Cassottoinstrumente sehr gut bewährt, die auch meist in Akkordeonorchestern verwendet werden sowie für Klassik.
Bei Steirischen haben sich 3- bzw. 4-reihige Instrumente, 3-chörig, als Standard etabliert, wobei die Stimmungen G/C/F/B bzw B/Es/As/Des (im Zusammenspiel mit Blasinstrumenten) als Standard anzusehen sind
Wenn die Qualität des Instrumentes stimmt, egal ob Hohner odes ein italienischer Markenhersteller, dann müssen Sie entscheiden, ob das Instrument Ihnen vom Klang sowie vom Handling zusagt. Sie machen die Musik die Sie wollen und nur für Sie muß das Instrument passen. Letztendlich können nur Sie für sich bestimmen ob es das richtige Instrument für Sie ist.

MIDI ist auch ein interessantes Thema, das nicht nur von Alleinunterhaltern und Berufsmusikern angewendet wird. Es erweitert die klanglichen Möglichkeiten eines Instrumentes ganz erheblich und durch das Ansteuern eines Begleitarrangeurs hat man gleich ein ganzes Orchester zur Verfügung. Außerdem kann man mit Kopfhörer spielen, was zu einer erheblichen Erweiterung des Übungszeitraumes führt. Dadurch das man nicht mehr akkustisch spielen muß, kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit spielen. Auch lassen sich durch abspielen von MIDI-Files Stücke einüben, indem man z.B. nur die rechte Hand selber spielt und die Begleitung ablaufen läßt oder die 2. Stimme einüben.

 


Tipps zum Gebrauchtkauf

Der Gebrauchtkauf ist immer eine gewisse Vertrauenssache, insbesondere wenn man bei einem Händler/Fachhändler kauft. Die wenigsten Musikhäuser haben jedoch eine eigene Werkstatt und verkaufen deshalb die in Zahlung genommenen Instumente in demselben Zustand weiter wie Sie sie bekommen haben. Bei Privatkauf kommt noch hinzu, das der Verkäufer oft im guten Glauben ein Instrument als in einwandfreiem Zustand anbietet. So bekommt man immer wieder zu hören: Das Instrument ist fast nicht gespielt und steht seit xx Jahren nur im Koffer. Es ist wie neu. Äußerlich mag das vielleicht zutreffen, aber innen kann sich z.B. bei falscher Lagerung (z.B. Hobbykeller, Dachboden) Rost an den Stimmzungen gebildet haben, das eine aufwändige Überholung notwendig macht. Somit kann ein regelmäßig gespieltes Instrument, von ein paar äußerlichen Gebrauchsspuren abgesehen, in einem technisch viel besseren Zustand sein. Weiterhin wird in den meisten Instrumenten Wachs zum Eingießen der Stimmplatten verwendet. Dieses trocknet jedoch im Laufe der Zeit aus und verhärtet (so nach ca. 20-30 Jahren). Somit halten die Stimmplatten nicht mehr richtig und auch hier ist eine aufwändige Generalstimmung notwendig.
Grundsätzlich gilt: Das Alter eines Instrumentes ist nicht wichtig, der technische Zustand ist ausschlaggebend und ob das Instrument Ihren Bedürfnissen entspricht.

 


Checkliste zum Gebrauchtkauf

Nun ein paar Punkte die man beim Gebrauchtkauf beachten sollte:

  1. hat das Instrument/Koffer eine "mufflige" Duftnote von eventueller schlechter Lagerung ? (z.B. Kellergeruch o.ä.!) -> Rostgefahr auf den Stimmzungen ->teuere Reparatur
  2. sind Oxidationsspuren an Metallteilen zu erkennen ? (z.B. Rost oder grünlich-weißliche Pulverisierung an den Balgecken!) ? (dazu Balg eventuell auch etwas öffnen !) -> Rostgefahr auf den Stimmzungen -> teuere Reparatur
  3. sind die Balgstreifen (meist hinten und unten in Spielhaltung) abgerieben oder irgendwie verletzt ? -> kleine Reparatur 
  4. sind die Balgfalten, wenn man das Instrument aufzieht, verschmutzt/vergilbt (viel Rauch, eventueller professioneller Einsatz?) -> Stimmzungen eventuell stark verschmutzt -> teuere Reparatur
  5. sind die weißen und schwarzen Tasten in irgendeinerweise verkratzt oder beschädigt? klemmen sie?
  6. hat das Gehäuse irgendwelche Risse, Bruchstellen, Abschürfungen etc.?
  7. sind die Balgfalten (aus Karton mit Metallecken) noch in sich stabil... also nichts "umgeknickt" (an den Ecken) oder "eingebrochen" (meist dann auf der Rückseite)? -> Balg erneuern ist sehr teuer
  8. fehlen irgendwelche Teile am Instrument ? (z.B.abgebrochen, ausgebessert, provisorische Erneuerungen)
  9. ist am Instrument mal etwas repariert/gewartet worden oder ist es mehr ein original Zustand (Reparaturbelege)?
  10. funktionieren alle Register (Diskant und Baß), lassen sie sich leicht schalten und schalten sie auch durch. Im Diskant hohe Tone spielen, da man hier am ehesten feststellen kann ob ein Ton durchpfeift der nicht dazuge- hört, da die kleineren Stimmzungen weniger Luft brauchen und wenn ein Schieber das Luftloch nicht richtig schließt, reicht die Fehlluft schon aus um den Ton zum klingen zu bringen.
  11. ist die Bassmechanik leichtgängig und bleiben keine Bassknöpfe hängen
  12. gehen alle Töne


Dennoch wäre ein Blick in das Instrument von einem Fachmann ratsam. Es ist davon auszugehen, daß bei einem Instrument, das älter als 20-25 Jahre ist, eine Generalstimmung notwendig ist. Die Kosten bewegen sich in einem Bereich von ca. Euro 250.- bis über Euro 1.500.- je nach Größe und Komplexität des Instrumentes.

Wir bieten bei uns im Geschäft eine kostenlose Durchsicht an, bei der Sie dabei sind und den Zustand des Instrumentes erfahren. Sollten Sie ein Akkordeon angeboten bekommen, so können Sie sich auf diese Weise vergewissern, ob das Instrument den geforderten Preis gerecht wird.